Das ist eigentlich alles

Steidl Verlag, 2012, 288 Seiten, Hardcover, 18 Euro, ISBN: 978-3-86930-392-5).

Sagt es auch all euren Freunden und Bekannten weiter und besorgt euch gleich ein Exemplar!

Auszüge aus „Das ist eigentlich alles“

Zwei Jungs standen vor einer Haustür und aus der Gegensprechanlage drang eine
Frauenstimme: „Na, ist euch kalt?“ Und einer der Jungs antwortete: „Nein, wir haben
Angst.“

Über unberührten Schnee gehend, dachte er, neue Spuren hinterlassend: nichts
Dagewesenes gilt jetzt noch etwas, nur das, was vor mir liegt.

Dass zwei Menschen sich finden und nicht wieder verlieren, dass sie wirklich
zusammengehören, gegen alle Widerstände, das ist nur in Filmen möglich.

Ich umschloss das ausgelesene Buch fest mit beiden Händen, drückte es gegen meine
Stirn und dankte ihm (Dankesgebet an ein Buch). Dann ging ich in die Abenddämmerung
hinaus wie jemand, der sich auf lange Zeit von einem Freund verabschiedet hatte (und die
ersten Vögel sangen).

In der Nacht hörte ich einen Esel schreien. Als ich zum Stall ging, war da aber nur ein
Huhn, das auf einem Balken schlief. Mich umdrehend, bellte ein Hund, und als ich hinsah,
war da kein Huhn mehr und auch kein Hund, sondern eine Katze, die durch eine Pforte
kam und mir ums Bein schlich. Ich wollte sie streicheln, doch da biss mich eine Schlange
und ich lief fort aufs freie Feld, in einen dichten Wald, wo ich nichts mehr sehen konnte.
Dann hörte ich einen Esel schreien.

Ein Kind sagte, es möchte im Baum schlafen. Ein anderes, es wolle nicht mehr hinten
sitzen im Auto, sondern lieber vorne, auf der Motorhaube. Und noch ein Kind legte sich
still auf die Landstraße zum Spielen und das letzte Kind versuchte ein Flugticket nach
Papua-Neuguinea zu kaufen. Alle noch so jung und schon vollkommen verzweifelt.

Das habe ich immer in meiner Tasche dabei und fühle mich vollständig: einen Stift und ein
Messer (mit dem Stift erstach ich den Feind, mit dem Messer schrieb ich ein Gedicht).

Er hätte sich aus dem Fenster stürzen können. Stattdessen nahm er ein ausgiebiges Bad,
rasierte und parfümierte sich und zog seinen Sonntagsanzug an. Jetzt konnte es doch
weitergehen.

Jetzt lege ich den Stift nieder und stehe da mit leeren Händen.